Macaus Altstadt ist Weltkulturerbe

Historisches Zentrum
Macaus Altstadt mit ihren Straßenzügen, Plätzen und zahlreichen Sehenswürdigkeiten spiegelt einen Teil der Geschichte wieder. Sowohl die chinesische als auch die portugiesische Welt sind nicht zu übersehen. Gerade dieser Mix macht Macau so reizvoll. Hier ein Überblick über die wichtigsten Attraktionen im historischen Zentrum, die zum Weltkulturerbe zählen:
Kirchen und Tempel
A-Ma Tempel
Der berühmteste und schönste Tempel Macaus hat der Stadt den Namen verliehen. Er gliedert sich in vier Gebetspavillons, die durch geschwungene Pfade und Mondtore miteinander verbunden und Gottheiten gewidmet sind: der taoistischen Göttin A-Ma (Schutzgöttin der Seefahrer) und der buddhistischen Göttin Kun Iam (Göttin der Gnade).
St. Paul Ruine
An der St. Pauls Kirche sind lediglich die Treppe und die Fassade erhalten. St.Paul steht für die Geschichte der Christianisierung in Asien. Der Rest des Gebäudes sowie das Kolleg der Jesuiten wurden durch den großen Brand von 1835 zerstört. In der ehemaligen Krypta der Kirche ist ein Museum für sakrale Gegenstände eingerichtet, das auch Gemälde japanischer Maler aus dem 17. Jahrhundert zeigt.
Sam Kai Vui Kun
In der Nähe des Senatsgebäudes und des alten chinesischen Basarviertels (St. Dominiks Markt) liegt Sam Kai Vui Kun (Kuan Tai Tempel). Das chinesische Bauwerk mit westlicher Architektur steht für die Harmonie der beiden Kulturen.
St. Lawrence Kirche
St. Lawrence zählt zu den ältesten Kirchen Macaus. Der ursprüngliche Bau stammt aus dem 16. Jahrhundert, ihr heutiges Aussehen jedoch aus dem Jahre 1846. Da die Kirche an der Südküste Macaus eine gute Aussicht auf das Meer bot, versammelten sich hier Familien der portugiesischen Seefahrer, um für ihre Rückkehr zu beten.
St. Augustine Kirche
1591 gründeten spanische Augustiner-Mönche St. Augustine. Von der Kirche aus führt noch heute die populäre Osterprozession durch Macau. Früher schützten die Mönche das Dach mit Palmenzweigen gegen Regen. Das sah von weitem aus wie Barthaare von Drachen, fanden die Chinesen, und nannten der Kirche Long Song Miu (Tempel des Drachens mit den langen Barthaaren).
St. Dominic Kirche
Am Ende des Senatsplatzes steht St. Dominic. Die Kirche wurde im 16. Jahrhundert von Dominikaner-Mönchen aus Mexiko erbaut und gilt als ein wunderbares Beispiel der Barock-Architektur. Im Glockenturm ist heute ein Museum für Sakralkunst untergebracht.
Na Tcha Tempel
Der chinesische Tempel aus dem Jahre 1888 ist dem Gott Na Tcha geweiht. Unmittelbar daneben befindet sich die Ruine von St. Paul. Durch dieses Nebeneinander ist der Tempel eines der besten Beispiele für Macaus multikulturelle Identität und religiöse Freiheit.
St. Anthony Kirche
St. Anthony ist eine der ältesten Kirchen Macaus und befindet sich an der Stelle des ersten Jesuiten-Sitzes der Stadt. 1560 ursprünglich aus Bambus und Holz errichtet, baute man das Gotteshaus später aus Steinen neu. Die heutige Kirche stammt aus dem Jahre 1930.
Kathedrale von Macau
Die Kathedrale wurde 1622 zunächst aus Taipa gebaut, einer Mischung aus Erde und Stroh. 1780 wurde sie restauriert. Heute ist sie mit Shanghai Gips verputzt. Ihre Fassade zeichnet sich durch Säulen und zwei Glockentürme aus, die auf die Straße hinausragen.
Historische Plätze
Senatsplatz mit Senatsgebäude
Macaus zentraler Senatsplatz ist mit Mosaiken gestaltet und Fußgängerzone. Bänken und Cafés laden zum Verweilen ein. Hier steht auch das neoklassizistische Senatsgebäude aus dem Jahr 1784. Es war Macaus erste städtische Verwaltung und ist es noch heute. Die Wandmalereien, Räume und Gartenanlage entsprechen noch dem ursprünglichen Entwurf.
Lilau Platz
Dieses Viertel war eines der ersten portugiesischen Wohngebiete Macaus. Das Grundwasser war lange die Hauptquelle der Stadt. Die Redewendung „Wer vom Wasser von Lilau trinkt, vergisst Macau niemals“ drückt die nostalgische Verbundenheit der Einheimischen mit dem Lilau Platz aus.
St. Augustine Platz
Am St. Augustine Platz spiegeln die Pflastersteine portugiesische Tradition wieder. Dort steht das 1860 erbaute Dom Pedro V Theater, das erste westliche Haus seiner Art in China. Der Geschäftsmann Sir Robert Ho Tung aus Hongkong erwarb es 1918, um hier seine Freizeit zu verbringen. Als er 1955 starb, verfügte er in seinem Testament, dass es in eine öffentliche Bibliothek umgewandelt werden soll.
Historische Baukunst
Holy House of Mercy
Der erste Bischof Macaus gründete das Haus der Gnade 1569. Als Vorbild diente eine Wohltätigkeitsorganisation in Portugal. Die Einrichtung baute auch Macaus erstes Krankenhaus westlicher Ausrichtung. Der größte Teil des Holy House of Mercy ist im neoklassizistisch Stil gehalten, weist jedoch auch manieristische Einflüsse auf.
Maurenbaracken
Die neoklassizistischen Maurenbaracken mit architektonischen Elementen des kaiserlichen Indiens stammen aus dem Jahr 1874. Ursprünglich war in dem Gebäude ein indisches Regiment aus Goa untergebracht. Heute ist es die Zentrale der Schifffahrtsbehörde.
Lou Kau Manison
Das Herrenhaus stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1889. Hier lebte Lou Kau, ein bekannter chinesischer Kaufmann, der zahlreiche beeindruckende Anwesen in der Stadt besaß. Das traditionelle chinesische Wohnhaus mit den grauen Ziegeln steht in der Nähe des Senatsplatzes unterhalb der Kathedrale.
Alte Stadtmauer
Die Stadtmauer diente früher der Verteidigung Macaus. Einige Teile stammen aus dem Jahr 1569. Die noch vorhandenen Wälle belegen, dass die Portugiesen einheimische Materialien und Techniken benutzten. Verwendet wurde Chunambo, eine Mischung aus Ton, Erde, Sand, Reisstroh, zermalmten Steinen und Muschelschalen.
Festung
Die Festung war die wichtigste Verteidigungsanlage Macaus und wurde zwischen 1617 und 1626 errichtet. Neben Unterkünften für die Soldaten, befanden sich Brunnen, Kanonen und ein Lager mit Munition und Nahrungsmittel für zwei Jahre auf dem Gelände. Die Anlage ist 10.000 Quadratmeter groß und hat die Form eines Trapezes.
Protestantischer Friedhof
Der Friedhof erzählt die Geschichte der ersten protestantischen Gemeinde Macaus. Friedhof und Kapelle stammen aus dem Jahr 1821. Hier liegt unter anderem der britische Maler George Chinnery (1774 – 1852) begraben.
Guia Festung
Die Guia Festung mit ihrer Kapelle und dem Leuchtturm ist Symbol für Macaus maritime, militärische und missionarische Vergangenheit. Die Festung wurde zwischen 1622 und 1638 erbaut. In ihr befindet sich die Guia Kapelle, deren farbenfrohe Fresken westliche und chinesische Themen zeigen. Der Guia Leuchtturm aus dem Jahre 1865 war der erste moderne Leuchtturm an der chinesischen Küste.
Gärten und Parks
Lou Lim Ieoc Garten
Ende des 19. Jahrhunderts baute der Chinese Lou Kau den Lou Lim Leoc Garten im klassischen Suzhou-Stil – mit vielen Miniaturnachbildungen von Bambuswäldern, Seen, Bergen, Pavillons und Mondtoren. Heute ist der Garten bei Macanesen jeden Alters beliebt, denen man hier beim Schwerter- oder Fächertanz und beim Üben für die chinesische Oper zuschauen kann.
Camões Garten und Grotte
In dem romantischen Garten kann man morgens Macanesen bei ihren Tai-Chi Übungen zusehen und Männer beobachten, die ihre Vögel in Käfigen spazieren führen. In der Grotte wird mit einer Büste des portugiesischen Dichters geehrt, der 1557 in Macau gelebt haben soll.
Casa Garden
Das Anwesen aus dem Jahre 1770 war ursprünglich der Wohnsitz eines reichen portugiesischen Händlers namens Manuel Pereira. Später mietete es die East India Company. Heute ist es Hauptsitz der Oriental Foundation.
Macau liegt im Herzen von Asien

Seine zentrale Lage in Asien macht Macau nicht nur zum Tor nach China. Kurze Wege zu vielen anderen Metropolen machen Macau zum idealen Stopover-Ziel in Fernost.
News aus Macau
Tipps für die Reiseplanung
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