Macau im Herzen von Asien

Seine zentrale Lage in Asien macht Macau nicht nur zum Tor nach China. Kurze Wege zu vielen anderen Metropolen machen Macau zum idealen Stopover-Ziel in Fernost.
Geschichte im Überblick

Spuren der ersten Siedler, als Macau noch als Ou Mun oder ‚Handelstor’ bekannt war, verweisen auf Fischer und Bauern aus der Guangdong Provinz. Die Geschichtenschreiber begründen dies mit der Lage an der Mündung des Perlflusses südlich von Guangzhou (Stadt Kanton). Die alte Hafenstadt lag früher an der Seidenstraße. Schiffe luden hier auf ihrem Weg nach Rom Seide.
Selbst als China nicht mehr weltweit als Handelsmacht in Erscheinung trat, blühte Guangzhou wegen seines Überseehandels mit südostasiatischen Ländern weiter. Deshalb begrüßten seine Unternehmer die Ankunft der portugiesischen Kaufleute, die auf Entdeckungsfahrten herkamen. Sie folgten der Ankunft von Jorge Alvares, der 1513 in Südchina landete, und machten sich daran, geeignete Handelsstützpunkte zu finden.
Zu Beginn der fünfziger Jahre des 16. Jahrhunderts erreichten sie Ou Mun, das die Einwohner auch A Ma Gao – ‚Ort der A Ma’ zu Ehren der Göttin der Seefahrer nannten. Ein A-Ma Tempel stand bereits damals im geschützten Inneren Hafen, nur wenige Schritte von der Anlegestelle der Schiffe entfernt. Die Portugiesen übernahmen den Namen, der immer mehr zu ‚Macau’ verschliff. Mit der Erlaubnis der Mandarine der Provinz Guangdong (Kanton) gründeten sie eine Stadt, die innerhalb kurzer Zeit der wichtigste Knotenpunkt für Handel zwischen China, Japan, Indien und Europa wurde.
Die Stadt war somit auch idealer Knotenpunkt für den Austausch von östlicher und westlicher Kultur. Die römisch-katholische Kirche schickte einige ihrer wichtigsten Missionare, die dort die Arbeit des Heiligen Francis Xavier fortsetzten (er starb nicht weit entfernt, nachdem er viele Japaner zum katholischen Glauben bekehrt hatte). Ein christliches Kolleg wurde gegründet. Es befand sich neben der St. Pauls Kathedrale. Hier bereiteten sich Schüler wie Matteo Ricci auf ihre Arbeit als christliche Gelehrte am kaiserlichen Hof von Peking vor. Weitere Kirchen und Festungen, die der Stadt ihr europäisches Angesicht geben, wurden gebaut. Dies unterscheidet Macau noch heute von anderen Städten Asiens.
Portugals goldenes Zeitalter in Asien schwand, als die Rivalen Holland und England wichtigere Handelsnationen wurden. Da die Chinesen in Macau jedoch mit den Portugiesen Handel treiben wollten, ließ sich die britische Ost-Indien-Gesellschaft mehr als hundert Jahre lang in gemieteten Häusern wie dem Casa Garden nieder. Als der europäische Warenaustausch mit China zunahm, verbrachten europäische Händler einen Teil des Jahres in Guangzhou. Dort kauften sie auf den halbjährlich stattfindenden Messen Tee und chinesische Luxusgüter. Zeitgleich wurde Macau immer mehr zu einem Ort der Erholung.
Nach dem Opiumkrieg im Jahre 1841 gründeten die Briten Hong Kong. Die meisten ausländischen Händler verließen Macau, das zunehmend vom Weltgeschehen abgekoppelt wurde. Dennoch blieb das Nebeneinander verschiedener Kulturen bestehen. Macau entwickelte sich über die Jahre zu einem beliebten Ziel internationaler Reisender, Schriftsteller und Künstler.
In den letzten Jahrzehnten sind zahlreiche Industriezweige wie die Textil-, Elektronik- und Spielwarenbranche entstanden. Auch die touristische Infrastruktur entspricht mit ihrem großen Angebot an Hotels, Resorts, Sportstätten, Restaurants und Casinos internationalen Standards. Wie bereits in der Vergangenheit ist auch heute die Wirtschaft Macaus eng mit der von Hong Kong und derjenigen der Guangdong Provinz – vor allem mit Industrien im Perlflussdelta - verknüpft. Macau liefert insbesondere in den Bereichen Banken und Finanzen, Personalschulung, Transportwesen und Kommunikation seinen Beitrag zur Entwicklung der Region.
Heute ist Macau eine Sonderverwaltungsregion der Volksrepublik China und zieht wie Hong Kong Nutzen aus dem Prinzip ‚Ein Land, zwei Systeme’. Die winzige Sonderverwaltungsregion wächst auf Grund von Landgewinnungsmaßnahmen und bietet immer wieder neue Angebote für Reisende. Am beeindruckendsten ist nach wie vor die einzigartige Gesellschaft Macaus mit ihren Bevölkerungsgruppen aus Ost und West, die sich gegenseitig inspirieren.
Lage
Macau grenzt an die Guangdong Provinz (Kanton) am westlichen Ufer der Mündung des Perlflusses, Breitengrad 22° 14’ Nord, Längengrad 113° 35’ Ost. Macau ist mit dem Gongbei Bezirk durch die Landenge am Grenztor (Portas do Cerco) verbunden.
Die Sonderverwaltungsregion Macau ist 29,2 Quadratkilometer groß. Sie umfasst die Halbinsel Macau (9,3 Quadratkilometer; verbunden mit China) sowie die beiden vorgelagerten Inseln Taipa (6,7 Quadratkilometer), Coloane (7,6 Quadratkilometer) und das neu gewonnene Land COTAI (5,6 Quadratkilometer). Drei Brücken verbinden Macau und Taipa – 2,5, 4,5 und 2,2 Kilometer lang.
Besucher können über das Grenztor (Portas do Cerco) oder den Grenzposten in COTAI nach China reisen. Einwanderungs- und Zollbehörden befinden sich auf dem neu gewonnenen Land zwischen den Inseln Taipa und Coloane.
Bevölkerung
Die Gesamtbevölkerung beträgt circa 541.200 Menschen. Davon sind rund 94% Chinesen aus verschiedenen Provinzen. Die meisten Chinesen kommen aus Guangdong und Fujian. Die restlichen sechs Prozent der Bevölkerung stammen aus Europa (vornehmlich aus Portugal) und aus anderen Regionen.
Macau ist ein einfaches und sicheres Reiseziel, das man ohne große Vorbereitung besuchen kann. Ein gültiger Reisepass genügt. Hier die wichtigsten Reisetipps kurz zusammengefasst:
Einreise
Deutsche, Österreicher und Schweizer brauchen kein Visum für Macau. Die Einreise ist denkbar einfach: ein Reisepass, der noch mindestens 30 Tage gültig ist, genügt.
Ausreise
Macau erhebt eine Ausreisesteuer in Höhe von 20 MOP$, die meist schon im Ticketpreis der Fähre enthalten ist. Wer direkt über den Flughafen Hongkong abfliegt, das heißt formal nicht in Hongkong einreist, bekommt am Airport die im Fährticket enthaltene Steuer für Hongkong in bar zurückgezahlt.
Geld
Die macanesische Währung heißt Pataca, kurz MOP$. 1 Pataca oder MOP$ sind 100 Avos. Der Umrechnungskurs ist leicht zu merken: 10 MOP$ entsprechen etwa 1 Euro. Umtausch am günstigsten in einer der zahlreichen Wechselstuben in der Stadt. Auch an den Flughäfen Macau und Hongkong sowie in Hotels kann man Geld tauschen.
Bargeld gibt es auch mit EC-Karte mit Maestrozeichen oder mit Kreditkarte an vielen Geldautomaten. Die gängigen Kreditkarten werden auch in Hotels, Restaurants und vielen Geschäften akzeptiert. In Macau kann man zudem mit Hongkong-Dollar bezahlen. Fremdwährungen können in Macau unbegrenzt ein- oder ausgeführt werden.
Gesundheit
Für Macau sind keine Impfungen vorgeschrieben. Wie überall auf der Welt sind jedoch Impfungen gegen Diphterie, Hepatitis B, Polio und Tetanus empfehlenswert. Leitungswasser kann man in Macau und auf den vorgelagerten Inseln trinken. Die Wasserqualität wird regelmäßig kontrolliert und entspricht internationalen Trinkwasserstandards. Siehe auch medizinische Hinweise des Auswärtigen Amts.
Im medizinischen Notfall sollte man das staatliche S. Januário Hospital (Estrada do Visconde de S. Januário, Telefon 2831 3731) oder das private Kiang Wu Hospital (Estrada Coelho do Amaral, Telefon 2837 1333) kontaktieren. In beiden Krankenhäusern ist der Notdienst rund um die Uhr besetzt. Wenn es weniger eilig ist, können sich Besucher auch an eines der Gesundheitszentren wenden. Zentral liegt das Tap Seac Gesundheitszentrum zwischen Rua do Campo und Av. Conselheiro Ferreira de Almeida.
Klima
Macau ist ein ganzjähriges Reiseziel. Das Klima ist gemäßigt bis tropisch mit einer Jahres-Durchschnittstemperatur von etwas über 20 Grad. Die beste Reisezeit ist Oktober bis Dezember.
Januar bis März: sonnig, aber kalt. Die Temperaturen fallen jedoch selten unter 14 Grad.
April bis Juni: Im April steigt die Luftfeuchtigkeit auf über 80 Prozent. Ab Mai wird es heiß, feucht und regnerisch mit Temperaturen bis 30 Grad, und es kann zu tropischen Stürmen kommen
Juli bis September: In dieser Zeit regnet es am häufigsten, manchmal mit tropischen Stürmen. Die Temperaturen klettern teils auf über 30 Grad.
Oktober bis Dezember: Dies ist die angenehmste Reisezeit mit sonnigen und warmen Temperaturen um 20 Grad und niedriger Luftfeuchtigkeit.
Internet
Die meisten Hotels bieten Internetzugang auf dem Zimmer und/oder im Business-Center. Wer keinen eigenen Rechner dabei hat, kann in zahlreichen Internet-Cafès seine Mails abrufen oder surfen. Internet-Zugang gibt es auch im UNESCO Centre (Alameda Dt. Carlos D´Assumpcao, Nape) und in öffentlichen Bibliotheken. E-Mails können über Smart Phones in den meisten Fällen abgerufen werden.
Medien
In Macau gibt es Zeitungen und Zeitschriften in englischer Sprache, die man überall an Zeitungsständen kaufen kann. Die meisten Fernsehkanäle senden auf Chinesisch und Portugiesisch. In vielen Hotels kann man jedoch auch internationale Nachrichtensender wie BBC, CNN, CNTV oder Deutsche Welle empfangen.
Post
Die Hauptpost von Macau befindet sich direkt am Senatsplatz. Zusätzlich gibt es zahlreiche Zweigstellen. Dort kann man Briefmarken kaufen gibt, die besonders für Sammler interessant sind. So hat das Macau Postamt in der Av. Da Praia Grande, 789 einen Briefmarkenladen. Die Post ist Montag bis Freitag von 9:30 bis 12 Uhr und von 13:30 bis 17:15 Uhr geöffnet, Telefon 2832 3666.
Sicherheit
Macau gilt als sehr sicher. Der Notruf hat die Nummer 999. Unter 110 und 112 wurden zusätzlich zwei 24-Stunden-Notfall-Hotlines speziell für Touristen eingerichtet.
Sprache
Die offiziellen Landessprachen sind Chinesisch und Portugiesisch. Beide Sprachen werden in allen offiziellen Dokumenten und in der allgemeinen Kommunikation verwendet. Auch die Straßenbeschilderung ist zweisprachig. Die Einheimischen sprechen meist kantonesisch. In Handel, Tourismus und Wirtschaft kommt man gut mit Englisch zurecht.
Strom
Die Stromspannung beträgt 220 Volt, 50 Hertz Wechselstrom, wie in Deutschland. Jedoch sind dreipolige Stecker üblich. Entsprechende Adapter gibt es in den meisten Hotels.
Telefon
In Macau gibt es mehrere Mobilfunknetze, der Handy-Empfang ist gut und problemlos. Kosten für Telefonte und SMS sollten Besucher vorher bei ihrem Netzanbieter erfragen.
Ortsgespräche von einem Privatanschluss aus sind in Macau kostenlos. Aus einer Telefonzelle kosten sie 1 MOP$. In vielen öffentlichen Telefonzellen kann auch mit Kreditkarte bezahlt werden. Alternativ gibt es Telefonkarten im Wert von 50, 100 oder 150 MOP$.
Zeit
Der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt plus sieben Stunden, während unserer Sommerzeit plus sechs Stunden.
Zoll
Die meisten Waren können ohne Einschränkung eingeführt werden und unterliegen in vernünftigen Mengen keinerlei Zoll. Ausnahmen sind unter anderem Waffen und andere gefährliche Güter. Drogenschmuggel wird streng bestraft.
In Macau gibt es keine Ausfuhrsteuern auf Antiquitäten, Gold, Schmuck, Radioapparate oder Kameras. Bei der Ausreise über Hongkong (nicht direkt vom Hongkong Airport) gibt es allerdings Obergrenzen zur Einfuhr zollfreier Waren: eine Flasche Wein, 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 Gramm Tabak.